Bildungsberatung & Kompetenzentwicklung

 

Bildungsberatung ist eine individuelles Unterstützungsangebot für Menschen in beruflichen Veränderungsprozessen wie Ausbildungs-/ bzw. Studienwahl oder beruflicher Neuorientierung. Eine unabhängige ressourcenorientierte Beratung unterstützt die Sichtbarmachung von individuellen Stärken, Fähigkeiten und Kompetenzen. Der ProfilPASS – als unterstützendes Instrument, soll persönliche Kompetenzen systematisch ermitteln.


Michaela Güttler ist studierte Sozialpädagogin und arbeitete neben ihrer sozialpädagogischen Arbeit bereits einige Jahre als Beraterin für schulische und berufsbezogene Übergänge, bevor sie 2015 eine Weiterbildung zur Bildungsberaterin absolvierte. Seit einem Jahr unterstützt sie bei Schulpartner im Rahmen der schulbezogenen Sozialarbeit Jugendliche in der Schule am Rathaus bei der Berufs- und Studienwahl. Finanziert wird ihre Tätigkeit aus dem Programm Jugendsozialarbeit an Berliner Schulen.

 

An wen richtet sich das Angebot?

Es geht darum, junge Menschen beim Übergang von der Schule in den Beruf oder ins Studium zu beraten und zu begleiten. Das beinhaltet nicht nur die Schüler zu unterstützen, sondern gegebenenfalls auch die Lehrer zu coachen und mit den Eltern ins Gespräch zu kommen. Und natürlich gebe ich mein Wissen gerne an meine Kollegen bei Schulpartner weiter.

 

Mit welchen Fragen kommen die Jugendlichen zu Ihnen?

Eine typische Frage ist »Warum soll ich denn überhaupt arbeiten?« Ich nehme sie mit dieser Frage ernst und gemeinsamen schauen wir uns an, was es ihnen für Vorteile bringt, für ein Berufsziel zu arbeiten. Wichtig ist zu klären, ob es realistisch ist, den Berufswunsch umzusetzen und welche Fähigkeiten und Kompetenzen sie dafür brauchen.

 

Wie sieht Ihre Beratung konkret aus?

In den Beratungsprozessen kommt ganz oft der Wunsch »Ich will unbedingt Abitur machen, weil ich damit alles machen kann«. Im Gespräch hinterfragen wir, ob das überhaupt realistisch ist und stellen die Möglichkeit vor, erst einmal in die Praxis zu gehen und vielleicht später das Abitur zu machen. Es geht darum, den Kindern und auch Eltern bewusst zu machen, dass es nach der 10. Klasse nicht unbedingt die weiterführende Schule sein muss, wenn das lernen ohnehin schon schwer fällt. Die Jugendlichen kommen über einen längeren Zeitraum in die Beratung. Alles läuft auf freiwilliger Basis. Es steht und fällt mit der Motivation der Schüler, denn die Beratung findet nach dem Unterricht statt. Sie können auch zu mir kommen, wenn sie beim Arbeitsamt waren und dort etwas nicht verstanden haben. Ein Ergebnis der Beratung kann sein, dass sich die Schüler auf Stellen bewerben. Oder sie orientieren sich noch einmal völlig neu, wenn sich im Entscheidungsprozess die Wünsche und Ziele verändern. Auch schlechte Erfahrungen bei einem Praktikum oder einem Bewerbungsgespräch sind oft Thema, die ich mit ihnen zusammen analysiere, um herauszufinden, wie und was beim nächsten Mal besser laufen kann.

 

Welche Rolle spielen die Eltern?

Die Eltern sind ein zentrales Thema, da sie in diesem wichtigen und lebensbestimmenden Prozess der Berufsfindung eine prägende Rolle spielen. Deshalb spreche ich auch mit ihnen, da ihre Akzeptanz und ihre Unterstützung für die Jugendlichen maßgebend sind.