Fake News, Cybermobbing, sicheres Surfen

Das Projekt »Mediale Lebenswelten« bearbeitet das Themenfeld Web 2.0 gemeinsam mit Schülern und Schülerinnen der ISS Hemingway und der ISS Ernst-Reuter in Mitte. Projektleiterin Lisa Schee genannt Halfmann informiert, erklärt und erarbeitet mit den Jugendlichen einen sicheren, reflektierten und kritischen Umgang mit dem Internet. Während ihres Studiums der Erziehungswissenschaften hat sie bei dem Onlinenetzwerk StudiVZ gearbeitet und beschäftigte sich in ihrer Bachelor- und Masterarbeit intensiv mit dem Thema Medienbildung.

 

Das Projekt ist am 1. September 2016 gestartet. Mit welchem Konzept arbeiten Sie? Wir haben ein Konzept aus der Praxis heraus entwickelt, welches thematisch aufeinander aufbaut. Anfangs habe ich in den siebten Klassen Umfragen durchgeführt mit allgemeinen Fragen, wie wofür die Abkürzung AGB steht, wie man auf Kettenbriefe reagiert oder was In-App Käufe sind. Ausgehend vom aktuellen Wissenstand der Schüler haben wir das Medienkonzept entwickelt.

 

Wie unterscheiden sich die Themen der einzelnen Klassenstufen? In der siebten Klasse decken wir Themen wie Cybermobbing, Datenschutz oder Klassenchats ab. Bis zur 10. Klasse geht es um Sexting, Urheberrechte, Apps, Onlinesucht oder Suchmaschinen. In den höheren Klassen werden Fragen geklärt, wie »Wie recherchiere ich im Internet? Wie belege ich Internetquellen und was ist ein Suchtverhalten? Was können Youtube und Twitter und welche Auswirkungen haben sie?« Aktuelle Themen wie Fake News bauen wir unkompliziert in die Workshops ein.


Welche Schwerpunktthemen haben sich in der Praxis herausgebildet? An beiden Sekundarschulen in Mitte führe ich Workshops mit siebten Klassen zu den Themen Cybermobbing, Klassenchat oder Rechte am eigenen Bild durch. Die Schüler kommen alle neu zusammen und nach kurzer Zeit installiert sich ein Klassenchat, den viele allerdings auch für negative Zwecke nutzen. Zusätzlich nutzen die Lehrer das Angebot der Medienbildung, um offene Fragen zu klären oder einzelne Stunden zu speziellen Themen durchführen zu lassen. Des Weiteren arbeite ich mit Kleingruppen zusammen, um bestimmte Themen zu festigen.

 

Wie oft finden die Workshops statt? Ich arbeite jeweils sechs Stunden an der ISS Hemingway und an der ISS Ernst-Reuter. Die Workshops haben in der Regel einen Umfang von drei Unterrichtsstunden. Bei manchen Themenkomplexen werden auch zwei Module durchgeführt. Da die Themen alle Schüler erreichen sollen, finden die Workshops nicht als AG statt, sondern während der regulären Unterrichtszeit. Dafür müssen einzelne Lehrer Unterrichtszeit abgeben, was einen erhöhten Koordinierungsaufwand bedeutet.

 

Sie unterstützen als externe Fachkraft die Lehrerschaft. Wie ist die Resonanz? Das Feedback von den Lehrern und Lehrerinnen ist positiv. Sie kommen mit Problemen zum Thema 2.0 zu mir, holen sich Rat oder bitten mich darum, mit Schülern oder der Schülerinnen zu sprechen. Das ist für viele entlastend. Ab dem Schuljahr 2017/18 wird Medienbildung Teil des Lehrplans an den Schulen werden. Die Schulen, die dieses Thema bereits behandeln, haben daher einen Vorsprung.