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Ganztag und Jo-Go-Herder Club am Johann-Gottfried-Herder-Gymnasium

Als multiprofessionelles Team gestalten Gesine Markert, Diplom-Sozialpädagogin und Fachkraft für Kulturelle Bildung, Lina Bundrock, Magister Erziehungswissenschaftlerin und Anti-Bias-Trainerin sowie Jens Kertzscher, Erzieher und Tischler die schulbezogene Jugendhilfe und die Ganztagsangebote am Herder-Gymnasium.

Ein partizipatorisches Angebot war die Namensfindung des Clubs. Im Herbst 2015 wurden Namensvorschläge gesammelt und über ein Abstimmungsverfahren kristallisierte sich der Favorit »Jo-Go-Herder Club« heraus.

 

Wie sieht Ihre tägliche Arbeit aus?

 

Gesine Markert:

Die Arbeitszeiten unserer drei Stellen verteilen sich täglich über den Zeitraum von 9.00 Uhr bis 16.00 Uhr. Am Vormittag und in den Pausen beraten wir Schüler/innen und Lehrer/innen. Es gibt einen hohen Bedarf an Einzelfallarbeit und Konfliktberatung. Wir führen auch Projekte und Unterrichtseinheiten zum Sozialen Lernen sowie den Klassenrat durch.

 

Lina Bundrock:

Unser Hauptfokus liegt dabei auf den Jahrgängen 5, 6 und 7. Wir haben uns klassenweise aufgeteilt und führen Workshops gegebenenfalls auch zu zweit durch. Am Mittag gestalten wir mit der Sportbox, welche eine Auswahl an Sport-, Spiel- und Zirkusartikel beinhaltet, die »Aktive Pause« auf der grünen Seite des Schulhofs.

 

Jens Kertzscher:

Über den Aktionsfond vom Träger Gangway e.V. konnten wir letztes Jahre über einen Antrag, den die  Schüler/innen selbst gestellt haben, neue Materialien für die Jonglage etc. kaufen. Davon haben wir ein Zirkusprojekt unter dem Motto »Bewegte Pause« gemacht.

 

Gesine Markert:

Die Nachmittagsbetreuung und Freizeitgestaltung im Jo-Go-Herder-Club ist von 14.30 Uhr bis 16.00 Uhr. Weiterhin organisieren wir für die Schüler/innen AGs wie z.B. »Theater« und »Mach deinen eigenen Film«.

 

Jens Kertzscher:

Nachmittags sind meist 15 bis 25 Schüler_innen hier, mit denen wir Angebote und Projekte durchführen. Bei schönem Wetter leihen viele sich auch Spielgeräte aus.

Montags biete ich offene Kreativangebote an, um die Kinder vom Handy wegzulocken. Den Kickertisch hier im Club, ein Geschenk aus der EFöB in der Carl-Schurz-Grundschule, haben wir gemeinsam wieder in Stand gesetzt und lackiert.

 

Lina Bundrock:

Wir bieten wechselnd alle Angebote an, mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten.

 

Welche Schwerpunkte sind das?

 

Lina Bundrock:

An einem Tag betreue ich im Nachmittagsbereich das Buddy-Projekt. Wir veranstalten Kickerturniere oder Bastelaktionen, damit die älteren Schüler/innen und die jüngeren Schüler/innen gemeinsam etwas unternehmen. Ein Teil vom Buddy-Projekt ist »Schüler/innen helfen Schüler/innen«. Bei Bedarf helfen ältere Schüler/innen jüngeren bei den Hausaufgaben. Derzeit sind es acht Schüler/innen, die über die Woche verteilt nachmittags vorbei kommen und ihre Hilfe anbieten. Thematisch unterstütze ich auch die Gruppe »Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage«.

 

Gesine Markert:

Mein Schwerpunkt im Nachmittagsbereich ist der Leckereien Tag. Die Schüler/innen und ich probieren gemeinsam Rezepte aus, essen und erzählen. Neben dem Genuss ist die Vor- und Nachbereitung wie Zubereitung im Fokus. Die Organisation der Umweltgruppe der Schule, Herder`s Rebellion, teile ich mir mit Jens Kertzscher und einem Lehrer.

 

Was heißt das konkret?

 

Jens Kertzscher:

Wir haben hier zum Beispiel unseren »Klimawagen«. Einmal in der Woche fahren die Schüler/innen damit ins Foyer und verkaufen Fair Trade Schokolade und selbstgebackenen Kuchen aus fair gehandelten Zutaten. Mit der Umweltgruppe haben wir letztes Jahr einen Umweltschutz-Preis gewonnen. Mit dem Preisgeld finanzieren wir weitere Projekte z.B. Material für unser Gartenprojekt. Es sollen Hochbeete auf dem Schulgelände gebaut und von einzelnen Klassen bepflanzt werden.

 

Gesine Markert:

Den Ansatz der Nachhaltigkeit versuchen wir in allen Projekten einfließen zu lassen. Wir kochen zum Beispiel vegetarisch und praktizieren Mülltrennung. Die Schule möchte auch eine »Faire Schule« werden im Sinne von Klima, Umwelt- und Demokratiebildung. Dazu gestalten wir gemeinsam im Sommer eine Projektwoche. Mit der Schulleitung und dem Kollegium gibt es eine gute Kooperation, so dass wir auch in den Gremien Steuergruppe und Erweiterte Schulleitung mitwirken.

 

Jens Kertzscher:

Ich begleite neben der Umweltgruppe noch die Projekte Smartuser und Net-Piloten. Das ist ein Programm, das über den Bezirk ins Leben gerufen wurde, bei dem es darum geht, Neuntklässler/innen an zwei Tagen für das Thema Sucht und Medienkonsum zu sensibilisieren. Bei den Smartusern geht es um Prävention vor sexuellen Übergriffen, die über soziale Netzwerke verübt werden. Dazu haben wir mit den geschulten Neuntklässler/innen Workshops in den Räumen eines nahegelegenen Jugendklubs vorbereitet und für die 7. Klassen durchgeführt.

 

Lina Bundrock:

Als Kontaktperson im Bereich Vielfalt und Diversity für die Themen sexuelle Vielfalt, Gender und Behinderungen schaue ich, wie sie thematisiert und in den Schulalltag integrieren werden können.

 

Vielen Dank für das Interview.